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Osterbotschaft

Verwandelt durch den Auftraggeber -Verwandelt durch Jesus Christus-Weltgebetswoche der Evangelischen Allianz

Gestern noch standen sie am leeren Grab, bevor sie sich enttäuscht auf den Heimweg machten. Jesus war nirgends zu finden. Nur Maria ist länger geblieben, um Stunden später wieder zu ihnen zu stoßen. Mit dem Bericht, dass ihr Jesus begegnet sei. Er habe ihr den Auftrag gegeben, seinen Brüdern zu sagen, dass er lebe. Brüder? Versager vielleicht, Nieten, Untaugliche, aber Brüder? Brüder ihres Meisters? Sie haben es nicht glauben können. Die Kultur der Zeit liess es auch nicht zu, den Worten einer Frau Glauben zu schenken. Auch den Worten Marias nicht?

Jetzt ist es Abend. Die Türen sind sorgfältig abgeriegelt. Die Jünger haben Angst, fürchten sich. Ganz plötzlich tritt Jesus in den abgeschlossenen Raum. Einfach so. Er zeigt ihnen seine Hände, seine Seite, die Wundmale. Ein Raunen geht durch ihre Mitte. Er ist es! „Friede sei mit euch!” sagt er zu ihnen. Kein euphorisches Wiedersehen, kein Umarmen, kein das Geschehen nochmals in allen Details ausschmückendes Erzählen. Nein. Er sagt es ein zweites Mal.: „Friede sei mit euch…”. Den Jüngern stehen die Tränen in den Augen. Brüder, Versöhnung — Jesus hat ihnen verziehen, hat ihnen vergeben.

„… so wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch…” hören sie ihn dann sagen. Jesus vergibt nicht nur, er beauftragt sie! Da ist kein Vorwurf, keine Enttäuschung darüber, dass Petrus Jesus noch

vor kurzem verleugnet oder dass ihn einer von ihnen verraten hat. Oder dass sie einschliefen, als er sie bat zu wachen, sie ihn verliessen, als er am Kreuz zu Tode kam. Der Auferstandene vergibt und beauftragt — und befähigt sie.

Er befähigt sie, indem er ihnen den Heiligen Geist einhaucht, so wie Gott Adam das Leben einhauchte, als er ihn schuf. Jesus verwandelt seine Freunde von furchtsam zu mutig, von ohnmächtig zu vollmächtig, so wie Gott Adam von leblos zu lebendig verwandelt hatte. Jesus gibt seinen Freunden Freude und Verantwortung, Sünden zu erlassen — oder zu behalten. Sie werden Menschen mit Gott verbinden oder es unterlassen: Das Evangelium von Jesus verkünden — oder eben nicht. Tun wir es — verwandelt vom Auftraggeber!?

Hansjörg Leutwyler, Zürich, Zentralsekretär der Schweizer Evangelischen Allianz

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