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Ostern

„Halleluja, Jesus lebt“

Für machen Christen ist das Osterzeugnis von der Auferstehung nicht so richtig nachvollziehbar. Ostern ist auch keine historische Gedenktat an ein geschehenes Ereignis für uns Christen. Es ist ein Fest unseres Glaubens an den einen Gott, der von den Toten auferstanden ist. Der Glaube an Gott braucht jeden Tag neu die Erfahrungen unseres Lebens, um lebendig zu bleiben und nicht zur leeren Hülle zu werden. Der Glaube schenkt uns dann Hoffnung und trägt uns durch die traurigen Situationen unseres Lebens hindurch. So ist Ostern ein Fest des Erinnerns und Sammelns unserer eigenen Erfahrungen im Leben, wo dann jeder für sich sagen kann: „Gott geht mit mir durch alle Höhen und Tiefen meinen Lebens.“ Gott sehen kann ich nur mit dem Herzen, ich kann bewegt sein und berührt werden davon, dass Liebe Menschlichkeit, Versöhnung, Gerechtigkeit, die Achtung allen Lebens, die Kraft hat, uns neues Leben zu schenken.

Jede und Jeder von uns steht in Alltag immer wieder einmal vor einem Grab, vor den tiefen Gräben des Lebens, weil uns etwas verlorengegangen ist, was uns liebenswert war, was uns Halt und Orientierung gab, weil uns Verletzungen zugefügt wurden, weil wir ohnmächtig dastehen Angesicht des Unrechts, unsere Pläne wurden durchgekreuzt, weil wir uns selbst im Weg gestanden haben.

Haben wir den Mut, so wie Maria ins leere Grab hineinzugehen, uns dem zu stellen, was das Leben noch mit uns vorhat. In der Osterbotschaft ist uns zugesagt, dass er uns in allen Lebenssituationen entgegenkommt. Wünschen wir uns, dass die Zusage erfahrbar wird. Dann feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung und begegnen dem Gott des Lebens. Unser Glaube an Jesus Christus ist Zusage und Auftrag zu gleich. Als Christinnen und Christen können wir nicht schweigen zu Unrecht, Gewalt, Krieg, Zerstörung der Schöpfung. Die Feier von Ostern bedeutet auch aufzustehen und wie Jesus einstehen für menschenwürdiges und erfülltes Leben für alle.
Die Fülle des Lebens wurde uns geschenkt. Wann immer wir die Fülle im Alltag entdecken, bestaunen und dankbar bewegt sehen, begegnen wir dem Auferstandenen, feiern wir die Auferstehung.

Sigrid Steinhauser,Katholische Kirche Stankt Gebhardt,Konstanz; Osterbotschaft

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