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Wüstenzeiten im Leben als Chance

Ausgesetzt in einer Wüste: Endlos eintönige Weite, Orientierungslosigkeit, Hitze, Existenzangst. Die Fragen brennen, heiß wie die Sonne am Himmel: Warum bin ich hier? Welche Richtung führt mich hinaus? Was soll ich tun – Kräfte sparen oder scheinbar sinnlos meinen trügerischen Eindrücken folgen?

Solche Wüstenzeiten gibt es bei vielen Menschen. Wiederholte Arbeitslosigkeit, Partnerverlust, oder auch ein jahrelanges Schweigen Gottes – Wüstenzeiten haben die unterschiedlichsten Begleitumstände und Auslöser. Manchmal scheint auch alles zusammenzukommen – als ob eine Verschwörung stattgefunden hätte. Egal, wie sinnlos es sich anfühlt: Es gibt einen Sinn und auch einen Weg aus diesen Zeiten hinaus. Zunächst aber ist ausharren angesagt: Eine Wüstenzeit lässt sich nicht einfach beenden, so wie man eine Wüste auch erst durchqueren muss, um sie zu verlassen.

Extremstes Beispiel: Das Volk Israel beim Auszug aus Ägyten. Der direkte Weg durchs Land der Philister hätte zwei Wochen Reisezeit bedeutet. Aber Gott schickt Mose in eine völlig andere Richtung: Zum roten Meer. Welchen Sinn macht das für ihn? In dieser Situation? Vor allem, als er am Strand des Meeres feststellen muss, dass es keinen Ausweg aus dem Dilemma gibt: Vor sich das unüberwindbare Wasser, zu den Seiten die Berge, hinter sich die anrückende Heeresmacht der ägyptischen Streitwagen. Gott hat ihn geführt, und da steht er nun, in einer ausweglosen Situation.

Keine Lösung, keine neue Ansage von Gott. Wie fühlt man sich da als jemand, der sich für eine gute Sache aufgeopfert hat, der sogar alle Sicherheiten hinter sich gelassen hat. Durch die Ausweglosigkeit der Situation wird das Eingreifen Gottes, der das Meer für den Durchzug des Volkes teilt, um so größer. Mose wird extrem auf die Probe gestellt und seine Abhängigkeit von Gott wird ihm besonders bewusst.

Immer wieder höre ich, dass diese Zeiten wichtige Charakterveränderungen bewirkt haben. Und bei mir? Ich kann es schwer sagen. Vor allem derzeit nicht. Ich stecke mittendrin. Alles wird relativ, selbst im Bereich der grundsätzlichen Überzeugungen kommen Zweifel auf.

Ich hangele mich von Tag zu Tag, hoffe jeden Tag neu. Bete Psalmen. Hadere mit Gott. Suche Ermutigung und Begegnung mit meinem Herrn, auch im Lobpreis und in der Musik. Die Begrenztheit meiner menschlichen Möglichkeiten ist mir besonders bewusst. Derzeit bin ich eher ein Experte darin, wie sich Wüste anfühlt, als darin, wie man sie überwindet.

Warum passiert mir das? Warum passiert Ihnen das? Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage. Wüstenzeiten können durch Sünde ausgelöst sein, oder durch ein falsches Bild von uns selbst. Sie sind aber mitunter einfach eine Vorbereitungszeit, eine Zeit, die Gott zulässt oder uns schickt – kommt es darauf an?

Kräftige Muskeln bekommt man nicht ohne Training, festen Glauben nicht ohne Herausforderungen. Was bleibt uns weiter als das Wort Gottes selbst? Wenn sich die Wahrheit des Wortes in unserem Leben erwiesen hat, kommen wir nicht an ihm vorbei!

Dort steht: ALLES muss zum besten dienen jenen, die Gott lieben (Römer 8,28)…

Autor: Christoph Pagel aus CINA, Glaube und Christsein

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