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Gott schenkte uns einen Engel

Mit diesem Erlebnisbericht möchte ich allen Mut machen, nicht am Leben zu verzweifeln. Seit mehr als zehn Jahren half ich Menschen in Notsituationen bei »Aktion Lebensrecht für Alle« und stand als Mutter von vier Kindern selbstverständlich für das uneingeschränkte Lebensrecht eines jeden Menschen ein. Dann eines Tages im Juli 2005 erzählte mir meine Tochter Patricia, dass sie schwanger sei.
Wie sollte das nur gehen: sechzehn Jahre alt, keinen Schulabschluss, keine Berufsausbildung? Plötzlich wurde ich selber mit diesen Problemen konfrontiert
und fragte meine Tochter, ob sie schon eine Entscheidung getroffen hätte? Die Antwort war klar und eindeutig: »Mama, seit wir Kinder sind, lebst du uns vor, wie wertvoll wir Kinder sind. Auch wenn der Vater meines Kindes mich niemals unterstützen wird, möchte ich dieses Kind bekommen.« Mein Mann und ich versicherten ihr daraufhin, dass sie mit unserer vollen Unterstützung rechnen konnte. Einige Zeit später erkannten wir, dass dieses Kind von Gott uns geschenkt wurde und Patricia nicht nur sein Leben rettete, sondern auch das Leben ihrer Schwester.
Im März 2006 kam mein Enkel Nico Angelo auf die Welt, ohne zu wissen,
welche Bedeutung Angelo noch haben wird, gefiel uns einfach nur der Name gut. Kurze Zeit später traf uns alle ein großer Schicksalsschlag, insbesondere meine Tochter Melissa. Niemals werden wir den Tag vergessen, als meine Tochter ihre Freundin besuchen wollte, doch anstatt einen Nachmittag mit ihr zu verbringen, wurde sie von deren Stiefvater vergewaltigt. Gerade vierzehn Jahre alt; ein junges, blühendes Leben wurde für immer zerstört. Niemals mehr wird sie einen Menschen so lieben können, wie bis zu diesem Tag.
Lange Zeit brauchte ihr junges Herz, um damit fertig zu werden. Albträume, Angst, Schulprobleme, körperliches Versagen (Bewusstlosigkeit) und Selbstmordgedanken gehörten zu ihrem täglichen Leben. So wie auch an jenem Tag. Sie saß in ihrem Zimmer und konnte diese seelischen Qualen nicht mehr ertragen, hatte nur noch einen Wunsch, endlich bei Gott Frieden zu finden. Als sie ihr Leben beenden wollte, schickte ihr Gott einen Engel, nämlich ihren Neffen Nico Angelo. Er fing in einem gegen-
überliegenden Zimmer furchtbar zu schreien an, und es war, als hörte Melissa eine Stimme, die rief: »Geh nicht, kämpfe weiter. Es wird alles wieder gut.« Sie durchlebte noch viele schwierige Wochen, aber immer, wenn es ihr schlecht ging, tauchte dieses Bilddes Kindes in ihren Gedanken auf. Die Wunden in der Seele werden zwar lebenslänglich bleiben, jedoch vvissen wir eines: Gott lässt uns nicht allein.
Meine beiden Töchter haben ihre Schulabschluss gemacht. Patricia hat ihre Berufung unter anderem durch ihr Kind gefunden und wird Erzieherin, Melissa möchte durch die Musik viele Menschen mit ihrer Stimme fröhlich machen. Jeden Tag, wenn ich mit meinem Enkel spiele, bin ich Gott unendlich dankbar, dass er uns einen kleinen Engel geschickt hatte sowie meiner Patricia, die einen schweren Weg auf sich genommen hat, ihren Kind das Leben schenkte und damit Melissa zu neuem Leben verhalf.

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